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YOC AG | zurück auf Null

Erst wird Dirk Kraus, der Gründer und Vorstand der YOC AG geschasst, dann erodierte das Eigenkapital, und letztendlich wird dann doch noch die Technologietochter Sevenval GmbH verkauft, um, flankiert von diversen Kapitalerhöhungen, die Eigenkapitalbasis zu stärken. YOC AG

Reagierte der Aktienkurs erst noch mit Vorschusslorbeeren für Dirk Freytag, dem Nachfolger von Dirk Kraus als YOC CEO, so sank der Aktienkurs der YOC AG während der Abstinenz von Herrn Kraus letztendlich von 7,40 EUR auf rund 1,90 EUR pro Aktie.

Jetzt ist Dirk Kraus wieder Vorstand – seit heute sogar Alleinvorstand, und man darf wieder hoffen. Sein Nachfolger trat aus „gesundheitlichen Gründen“ als Vorstand der YOC AG zurück.

Ich wünsche schnelle Genesung – für Herrn Freytag und den Aktienkurs!

Neben seinen Vorstandkollegen hatte Herr Kraus dieser Tage auch schon zwei seiner Aufsichtsräte verloren, was wahrscheinlich das „Unwohlsein“ seines Vorstandskollegen ausgelöst haben dürfte.

Das ein Gründer und CEO seinen Posten verliert ist schon bemerkenswert, kommt aber gelegentlich vor. Das der geschmähte Protagonist dann aber zurück kehrt, ist eine Rarität. Bekanntestes Beispiel ist hier wohl Steve Jobs. Zwar hat Herr Kraus nicht das Charisma eines Steve Jobs, es bleibt ihm aber dennoch zu wünschen, dass er bei YOC im Kleinen schafft, was Steve Jobs im Großen bei Apple vorexerziert hat und aus der YOC AG wieder einen gesunden Player im „Mobile Business“ macht. Die Aktionäre würden es ihm danken.

Fürs erste würde es reichen, wenn man sich bei YOC wieder aufs Tagesgeschäft konzentriert, etwas Ruhe einkehren lässt und den Kunden wieder mobile Lösungen anbietet.

Ob YOC nun als eine mobile Werbe-Klitsche unter vielen weiter macht und sich mit ConVISUAL ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert, oder sich qualitativ hervorhebt und vielleicht auch wieder Richtung Sevenval schielt, hängt neben der finanziellen Ausstattung sicher auch von der weiteren Aufsichtsratsbesetzung ab. Man darf also weiter gespannt sein. Für die YOC AG heißt es jedenfalls erst mal zurück auf Null! Mit neuem Personal im Vorstand und Aufsichtsrat gilt es nun den Kompass neu auszurichten. Denn letztendlich ist der Grat zwischen „Totalverlust“ und „Phönix aus der Asche“ nicht nur schmal sondern auch äußerst rutschig. Tendenziell erwarte ich eher letzteres, obgleich die Kursbewegungen der börsennotierten Mitbewerber wie ConVISUAL, Velti oder Millennial Media nicht gerade vielversprechend sind.

YOC AG
YOC AG im Tiefflug | Chart: MarketMaker

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Nicht mehr ganz neu, aber offensichtlich immer wieder gern gelesen, auf Platz sechs:
YOC AG | Ohne Kopf und Strategie Der Artikel hat scheinbar nach der Wiederkehr des geschassten CEOs und Gründers der YOC AG, Dirk Kraus, und den darauf folgenden Abgang zweier Aufsichtsräte für die Anleger und Leser nichts an Aktualität verloren.

YOC AG | Ohne Kopf und Strategie

Am 30.07.2012 meldet die YOC AG beiläufig zur Kapitalerhöhung, dass man überlege, sich von der Sevenval GmbH zu trennen. Die Idee ist in unseren Augen ungefähr so schlau, wie die von Stephen Elop, CEO von Nokia, das Symbian Betriebssystem einzustellen, bevor man Windows Phone etabliert hat. Ohne Sevenval ist YOC nur eine Werbe-Klitsche, wie es viel und vor allem größere gibt. Herr Kraus wird das ähnlich gesehen haben, warum er dann auch heute seinen Hut nahm.

Die Überlegungen zum Verkauf der Sevenval GmbH haben bei five-alive zu Überlegungen zum Verkauf der YOC AG geführt, deren Aktien dann auch zügig verkauft wurden.

Der Kurs der YOC Aktie dürfte bis auf weiteres belastet sein, da laut angaben der YOC AG der Vorstand allein schon 18% hält, wovon ein Großteil auf den Gründer, Herrn Kraus, entfallen dürfte, und weitere 6,2% durch die dkam GmbH gehalten werden, dem Investment-Vehicle von Herrn Kraus. Es ist zu vermuten, dass Herr Kraus sich über Kurz oder Lang von seinen Anteilen trennen wird. Denn wer will schon in einer Firma investiert sein, mit deren Strategie man so gar nicht einverstanden ist. Zumal wenn es die eigene Schöpfung ist und man gerade hingeschmissen hat.

Selbst wenn die Zurückgebliebenen wider erwarten mit ihrer Strategie, die Mobile-Business Gruppe zu zerschlagen und mit einen austauschbaren Werbeagentur fortzufahren, Erfolg haben sollten, dürfte der Kurs der YOC Aktie dennoch am Boden kleben bleiben, da mögliche Verkaufsorder des Gründers und Ex-Vorstandes den Kurs drücken würden. Es sei denn, der Kurssturz von Mai bis August 2012 ist bereits auf derlei Verkäufe zurückzuführen. Da entsprechende Pflichtmitteilungen nicht bekannt sind und im selben Zeitraum eine Kapitalerhöhung (die ggf. auch zum Exit hätte dienen können) statt fand, ist davon jedoch nicht auszugehen. Eine Weitere Option ist der außerbörsliche Verkauf en bloc an einen Player im Mobile Business, bzw. an eine Adresse, die erst noch dahin will.

So oder so, strategie- und kopflos, mit etwaigen Verkaufsdruck im Nacken, benötigt die YOC AG erst mal etwas Zeit um den Kompass neu auszurichten, bevor sich ein weiteres Aktien-Engagement aufdrängt.