Schlagwort-Archive: Financial Times Deutschland

five-alive.mobi | Ein Nachruf

Nach über einem Jahrzehnt hat five-alive, das mobile Web-Portal aus Berlin, im Januar 2013 seine mobilen Online-Dienste, allen voran five-alive.mobi und mobile-invest.mobi, eingestellt. Neue Browsertechniken und Webprogrammierung haben mobile Linkverzeichnisse längst überflüssig gemacht, da die meisten Webseiten und Browser automatisch beim Ansteuern einer Webseite via Smartphone, die mobile Darstellung wählen.

five-alive.mobi
five-alive ging im Dezember 2000 als privates Projekt mit rund 20 mobilen Links online und wuchs schnell zu einem viel beachteten mobilen Web-Verzeichnis heran. Zuerst unter five-alive.net, dann unter .com und letztendlich, Nomen est Omen, unter five-alive.mobi.

Firmen wie Karstadt/Quelle oder Reuters baten um Verlinkung ihrer mobilen Seiten bei five-alive. Aus einer Hand voll mobiler Seiten wurde so bald ein Verzeichnis von mehren Hundert mobilen Webseiten aus aller Welt. Die five-alive User kamen zwar hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum, den USA und Großbritannien, aber auch aus den Arabischen Emiraten, Südafrika, Namibia, Argentinien oder Russland, um nur einige Länder zu nennen.

Irgendwann Mitte des letzten Jahrzehnts wurde die Anzahl der mobilen Websites bei five-alive vierstellig und die Zahl der User  fünfstellig. Das mobile Web-Portal aus Berlin fand sich plötzlich unter den Top 5 PDA-Portalen der Fachzeitschrift connect wieder. c´t und Financial Times Deutschland berichteten über five-alive ebenso, wie diverse Online-Foren oder das britische Branchenmagazin Palmtop User.

Bei five-alive.mobi stand immer der Nutzen für den mobilen Anwender im Vordergrund. Einige Ideen von five-alive wurden dann auch gern von solventeren Adressen übernommen. So konnten registrierte Nutzer bei five-alive schon früh ihr individuelles Portal mit den mobilen Links aus dem five-alive Fundus und mit eigenen Links kreieren. Die Nutzer konnten mobile Links interaktiv vorschlagen, fehlerhafte Links markieren und die mobilen Links bewerten. Es gab eine Startseite mit den wichtigsten Business-Seiten sowie eine Suchfunktion um das mobile Angebot von five-alive und das gesamte mobile Web via Google zu durchforsten.

Da die Nachfrage im zunehmenden Maße mit dem Arbeitsaufwand divergierte, hat man bei five-alive, wie in der Vergangenheit schon angedeutet, nun die Konsequenzen gezogen und die mobilen Dienst jetzt endgültig vom Netz genommen.

five-alive.info

mobile investor
Auch die Entwicklung mobiler Applikationen für Symbian/Nokia und BlackBerry gehörten früher zum Geschäftsfeld von five-alive, wurden aber schon 2011 eingestellt, da mit Einführung von iPhone und App-Store der gesamte Markt für App-Entwickler umgekrempelt wurde.

Zu den mobilen  Applikationen, welche die five-alive AG in Kooperation mit der im Großraum Ratzeburg ansässigen Soft-Schmie.de entwickelte, zählten u.a. five-alive.info, ein Dienst der vielleicht am besten mit Evernote vergleichbar war und mobile-investor, eine Applikation, welche einem Börsenkurse, Charts und Depotverwaltung auf Handy bzw. Smartphone brachte.

Die five-alive AG ist weiterhin im „mobile Business“ tätig; als Investor und Auftragsentwickler für Smartphone Applikationen (Apps) und Web basierter Lösungen (Cloud Computing, mobile Web) für Firmenkunden aus Industrie und Dienstleistung.

GoingPublic wird 15! Wie die Zeit vergeht…

Anlässlich dieses Jubiläums machte ich mich gleich auf die Suche nach einigen Zeitzeugnissen. Zwar habe ich keine Publikation mehr vom Bundesverbandes der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH) gefunden, von wo mir Markus Rieger, der Gründer der GoingPublic Media AG, bekannt ist. Aber dafür fand ich eine Ausgabe von GoingPublic aus dem Gründungsjahr, die Nummer 7/98! Und beim Durchblättern muss ich feststellen: Nicht nur GoingPublic ist reifer geworden, auch seinem Schöpfer, Herrn Rieger, stehen die Jahre gut zu Gesicht! Hier kann man wohl eine Art “George-Cloony-Effekt” beobachten.

Schon 1998, ich war als Vermögensverwalter selbständig, gehörte GoingPublic bei uns zur Pflichtlektüre. Es war die Zeit von “Neuen Markt” und “New Economy”. Kurse schossen durch die Decke und die IPO´s wie Pilze aus dem Boden.

Heute, 15 Jahre und drei Börsen-Crashs später, verwalte ich das Vermögen der five-alive portfolio AG, bin dadurch stolzer Aktionär der GoingPublic Media AG und lese immer noch gern das GoingPublic Magazin. Jetzt allerdings weniger wegen der IPO Recherchen, als vielmehr wegen der Fachberichte zu rechtlich relevanten Kapitalmarktthemen von Börsengang bis HV-Organisation etc.. Das Heft ist, nicht nur mangels ausreichender IPO’s, heute thematisch breiter aufgestellt als 1998.

Die Frage des Chefredakteurs aus dem Editorial der Juli-Ausgabe 1998, ob “bald die Hinz und Kunz AG an die Börse geht?” muss man rückblickend leider mit “ja” beantworten. Hierzu passend steht auch die Schließung des First Quotation Board der Deutschen Börse, welche im GoingPublic Magazin ausgiebig diskutiert wurde. Es sind Themen wie diese, womit GoingPublic über die Jahre kontinuierlich zur Pflege der Aktienkultur in Deutschland beigetragen hat. Dabei werden auch gern einmal, wie beim Schwesterblatt “Smart Investor”, kontroverse Thesen mit Verve vertreten.

Für die Zukunft wünsche ich dem GoingPublic-Team alles Gute und weiterhin viel Erfolg! Schließlich hat man bei GoingPublic schon die Financial Times Deutschland und das Telebörse Magazin kommen und gehen sehen, und demnächst vielleicht auch noch Börse-Online…

Dieser Artikel erschien zuerst bei GoingPublic.de und im GoingPublic Magazin 1/2013